Ab auf die Insel! 18.08.08

Töstamaa (Estland)– Salme auf der Insel Saaremaa (Estland)

 

Der Wind rauschte gegen den Frosch als wir uns durch die Augen anblinzelten. Wie spät mag das wohl sein? 9 Uhr? Eigentlich auch egal, seit unserer Reise haben wir die Uhrzeit nie wirklich beachtet. Langsam wach werden und aufstehen. Ole ist schon wieder top gelaunt, T-Bone hingegen möchte gerne noch weiter schlafen und dreht sich mürrisch noch mal um.

 

Über Nacht ist der Wind heftiger geworden, es tröpfelte ein wenig. Heute war wieder „mein“ Tag. „Und? Was hast du heute so geplant?“, fragte Till neugierig. Ich überlegte. Eigentlich nichts. Lass uns doch einfach die Sachen zusammenpacken und losfahren. Mal sehen, wo wir so landen. Gesagt, getan. Zurück auf der Straße schaute ich auf die Karte. Da wir ja eh in die Richtung fahren, könnten wir ja zum Beispiel unten in Virtsu mal schauen, wie teuer die Fähre nach Saarema ist. Dort angekommen stellten wir fest: 220 Kronen, das sind so 20 Euro. Das kann man auf jeden Fall machen. Also kauften wir uns ein Ticket und fuhren kurze Zeit später auf die Fähre. Neben uns fuhren Berliner rauf. Man hatte den Eindruck, sie hatte etwas schlechte Laune. Sie kramte im Kofferraum, stopfte irgendwas in eine Plastiktüte und ging dann mit ihrem Freund nach oben. Wir ließen die Hunde im Frosch und gingen auch nach oben. Hui, war das windig. Lass uns lieber rein gehen und nen Kaffee trinken, nein einen heißen Kakao!


Hier oben gab es einige Sofa-Sitzgelegenheiten, wo wir unseren Kakao tranken und die Zeit mit Erdnüssen vertrieben. Ach, hier trafen wir auch wieder auf die Berliner. Herrlich, bei Kakao und Erdnüssen begann nun das Live-Kino: Sie immer noch mit einem genervten Gesichtsausdruck und ihrer Plastiktüte. Sie stellte sich bei den Toiletten an. Nun stand sie da, was ihre Laune nicht verbesserte, denn die Toiletten wurden nicht frei. Sie gab auf und setzte sich entnervt wieder zu ihrem Freund, der sie scheinbar bei Laune halten wollte und kurz zum Auto runter ging. Er kam zurück mit geschmierten Brötchen und einem Lächeln. Sie hingegen hatte Probleme, die Mundwinkel nach oben zu bekommen, aber das Brötchen schien ihr zu schmecken. Sie kauerte sich in ihre Ecke mit ihrer Plastiktüte auf dem Schoß und starrte in Richtung Toiletten. Wenn sie so dringend musste, warum ging sie dann nicht einfach bei den Herren? Er hatte sich scheinbar mit der Laune seiner Freundin abgefunden und lächelte fröhlich weiter….


Wir ließen die Berliner Berliner sein und schauten noch mal raus an Deck. Welch schöner Ausblick auf die Ostsee! Oh, wir sind ja schon da! Wir gingen runter zum Frosch, wo die Hunde bereits sehnsüchtig warteten.

 

Und schau an, da kamen die Berliner auch zu ihrem Auto. Nein, ihre Laune war wohl noch immer nicht besser, aber sie hatte sich umgezogen! Das war also in ihrer Tüte, eine Jeans! Muss man deswegen so drauf sein? Naja, wer weiß, was die Ursache war. Wir wünschten ihnen, ohne, dass sie es hörten, noch einen angenehmen Aufenthalt auf Saaremaa und waren dann auch schon dran, die Fähre zu verlassen.

In unserem Reiseführer stand, dass Estland 1520 Inseln hat! Ohne Worte, denn wenn man auf die Karte schaute, dann sah man hier mal eine und mal da, aber 1520? Naja, der Reiseführer wird es schon wissen…

 

So, was gibt es denn auf Saarema alles zu sehen? Ah, ein Meteoriten-Krater. Da können wir ja mal wieder einen kleinen Bericht mit der Kamera drehen! Sehr schön! Dort angekommen eröffnete sich vor uns ein ca. 100m Durchmesser großer See. Hier war also vor 2000 Jahren ein Meteorit eingeschlagen. Da die Geschichte an sich etwas langweilig ist, um einen Film zu drehen, ließ ich meiner Fantasie wieder freien Lauf und wir hatten eine lustige Geschichte über Ufo-Mutterschiffe und verlorene Triebwerke im Kasten. Und was machte Ole? Der hatte beschlossen schwimmen zu gehen. Einfach so. Ohne, dass wir etwas reinwarfen, rannte er zum Ufer und setzen zum schwimmen an. Er badete ein paar Minuten um sich dann natürlich wieder direkt von unseren Füßen zu schütteln. Clown.

 

Die Hunde waren wieder im Frosch, da marschierten wir tatsächlich das erste mal während unserer Reise in das Krater-Museum vor Ort hinein. Welch Ereignis! Aber wir kamen lediglich bis zum Front-Desk, hier wartete ein öffentlicher Computer samt kostenlosem Internetanschluss auf uns! Da wir aber die weiteren Reiseberichte und Fotos nun so schnell nicht parat hatten, checkten wir nur kurz unsere Emails und gingen dann wieder. Welch schöner Museumsbesuch!

 

Der Nachmittag neigte sich dem Ende. Bevor es dunkel wurde, wollten wir doch noch schnell wieder einen schönen Platz finden. Wir machten uns auf gen Südspitze der Insel. Oh, hier führt ein kleiner Weg rein. Wir fuhren rein. Kamen aber nicht weit. Zwar konnten wir auf die Ostsee sehen, aber irgendwie hatte der Platz etwas von kleinem Mini-Schrebergarten. Wir bleiben jetzt hier. Man kann ja auch nicht jeden Abend den Traumplatz haben!

 

So, raus mit den Hunden, ne Runde Gassi gehen. Ich bereitete derweil das Hunde-Abendessen vor. Während ich noch das Futter in die Näpfe füllte, stand plötzlich T-Bone hinter mir. Wie ist er denn bitte hier hoch gekommen? Auf die Sandbleche hatte er es ja bisher immer geschafft, aber von dort ist es für einen kleinen 14jährigen Hund wie T-Bone doch echt hoch bis zur Tür. Der Hunger schien ihn angetrieben zu haben. Nun hatte er also den Dreh raus, wie er hier rein und rauskommt, ohne ständig dieses für ihn nervige Getrage. Sehr gut T-Bone!!

Statt zu kochen naschten wir fleißig weiter ungesundes Zeugs und fielen dann auch noch über eine Packung Eis her. Man, man, man, dieser Urlaub ist eine einzige Sünde, die auf den Hüften landet…

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