Der verlorene Tag 21.08.08

Tallinn (Estland)

 

Da standen wir auf dem City Campingplatz in Tallinn, neben uns ein super nobles Hymer-Mobil, deren automatische Eingangsstufen gerade liebevoll gesäubert wurden, zwei weiter ein Bremer Wohnmobil mit BSAG Aufkleber „Bremer kommen immer gut an“, ein VW Bus und mehrere Wohnwagen – sowieso waren hier zu 90 % Deutsche auf dem Platz. Till wollte gerne mehr grün und beschloss an seinem heutigen Tag eine andere Parkgelegenheit zu finden.


Wir ließen die Zeit mit etwas Lesen vergehen und warteten ab, bis sich T-Bone wieder richtig berappelt hatte. Irgendwie machte er immer noch keinen guten Eindruck. Wir testeten eine Fressaktion. Und T-Bone langte zu. Okay, dann geht es ihm nicht bedrohlich schlecht, wenn er beim Essen wie immer reinhaut. Kurze Zeit später war das Schwänzchen auch wieder oben. Schön!

 

Wir fuhren also los zum anderen Stellplatz. Einer lag direkt am Hafen. War ok. Auch hier: Wifi.EE (kostenloses Internet) – ging aber auch nicht. Toll, da hat das ganze Land diese freien Hotspots und nie funktioniert es. Naja. Wir fuhren weiter, etwas raus aus der Stadt. Vielleicht gab es ja auch irgendwo eine Möglichkeit um den üblen Modder-Gestank vom Frosch loszuwerden?

 

Da, ein weiteres Straßenschild mit einem @ Zeichen drauf und in Pfeilrichtung ein Wohngebiet. Wir folgten dem Schild und landeten in einem hübschen Tenever-artigen Wohngebiet mit einem öffentlichen Gebäude, das sehr geschlossen aussah. „Wenn das geöffnet hat, dann heiße ich Hans Peter“, sagte Till. „Alles klar, Hans Peter“, sagte ich während ich die Tür aufdrückte. Es war eine Bibliothek. Am Tresen mussten die meinen Pass hinterlassen und bekamen dann den Schlüssel zum Internetraum. Die Computer dort waren schon „drin“. Wir leider nicht. Und wie das in der Werbung früher immer so schön hieß „das ist ja einfach“ war es leider nicht. Till versuchte das Drahtlosnetzwerk auf den Laptop zu bekommen. Wollte nicht. Mhhh… Warum hatten wir eigentlich keinen USB Stick dabei? Dann könnten wir die neuen Reiseberichte da jetzt drauf ziehen? Hey, aber wir haben Rohlinge dabei, dann lass uns das doch brennen. Ich lief runter zum Frosch und kam mit 2 Rohlingen zurück. Leider waren die beiden vom vielen Geruckel inzwischen auch so verkratzt, dass hier gar nichts mehr ging. Schade. Nun denn, wir surften einfach mal so im Netz. Stern.de berichtete von dem schrecklichen Flugzeugabsturz in Madrid. Furchtbar. Aber warum schreiben die hier immer von Mittwochnachmittag? Das ist doch jetzt gerade. Ich wollte Bestätigung von Till. Mit Erschrecken stellten wir fest: wir leben einen Tag zurück! Heute ist schon Donnerstag!

 

Ach herrjee. Hätten wir das noch rechtzeitig gemerkt? Denn eigentlich war der Plan: morgen, also „Donnerstag“ noch mal schön shoppen gehen und „Freitag“ ging dann ja nachmittags unsere Fähre. Also war das nichts mehr mit morgen, am „Donnerstag“, shoppen gehen. Morgen hieß es Sachen packen und zur Fähre! Verdammt. Irgendwo musste ich mit T-Bones Pillendose, die ja von Montag bis Sonntag geht, durcheinander gekommen sein. Und das wahrscheinlich schon direkt nach der Vuuv….Hui jui jui…. Harte Nummer. Man weiß, welcher Tag es ist, um dann festzustellen, dass man wohl 2 Wochen schon daneben gelegen hat. Und keiner hat´s gemerkt! Ich sollte mich mal untersuchen lassen… ;-)

 

In unserm Schockzustand verließen wir dann, sozusagen einen Tag später, die Bücherei und fuhren in die Stadt. Geshoppt werden musste auf jeden Fall noch! Wir fuhren wieder auf den Parkplatz von gestern, versorgten noch kurz die Kinder und auf ging es in Tallinn´s Shoppingparadies. Als wir aus dem ersten Geschäft rauskamen stellten wir fest: wir haben alles dabei, sogar zwei Regenschirme. Schön, dass sie bei diesem Pladder-Regen gut verstaut im Frosch liegen… Also kauften wir uns in einem H&M ähnlichen Geschäft zwei wunderschöne Kinderschirme mit Sternen und Herzen. Ob die wohl den ersten Windstoß aushalten? Leider ließ ich meinen aus Versehen zu Boden fallen. Spitze abgebrochen. Schirm kaputt. Da war die kleine Prinzessin traurig…

 

Zum Abend hin fuhren wir auf einen Parkplatz mit Blick auf den Hafen von Tallin und der schönen Häuserkulisse der Altstadt am Horizont. Unsere letzte Nacht in Estland ….

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