Ein Ausflug in die Hauptstadt bei knalliger Sonne 14.08.08

Jürmala – Saulkrasti (Lettland)

 

Kaffee am Strand ohne Regen, blauer Himmel, Sonnenschein! So ging es heute morgen in Jürmala los. Den Frosch aufgeräumt, das Gesicht gebastelt, schnell noch schöne Klamotten aus dem Kleiderschrank gezaubert, denn heute steht der Stadtbesuch Rigas auf dem Plan. Wir fuhren ein langes Stück noch in Jürmala entlang. Man, was war das hier nobel im Vergleich zu dem bisher gesehenen. Das ist hier ja noch schicker als manche Villen in Oberneuland. Wie das Bevery Hills von Lettland. Im Grunde genommen grenzte Grundstück an Grundstück und die einzelnen Grundstücke waren mit zahlreichen hohen Tannen bewachsen. In der Mitte eine lange neu asphaltierte Straße. Die Häuser waren sehr unterschiedlich. Entweder sehr noble Kampa-Traumhäuser neben dem modernen Architektenhaus oder auch die wieder hergerichtete sanierte und schicke Holzvilla aus der damaligen Zeit oder auch einfach nur optisch der damaligen Zeit angeglichen. Zum Teil mit Sicherheitsleuten davor. Hier musste auch noch mal die Videokamera gezückt werden und ein kleiner Bericht über die noblen Häuser an der Rigaer Bucht gedreht werden.

 

Da Jürmala ein Vorort Rigas ist, waren wir schnell in der Hauptstadt Lettlands angekommen. Aber hier musste dann auch erstmal ein Parkplatz gefunden werden. Der Parkplatz an sich war kein Problem. Hier hätten wir viele Möglichkeiten für unseren LKW gehabt. Aber es gab kein schattiges Plätzchen und das ging natürlich mit den Hunden nicht. Wir konnten sie auf unserer Stadttour schließlich nicht mitnehmen. Das würde T-Bone´s Kreislauf nicht mitmachen und Oles Pfote war zwar schon viel besser, aber eben noch nicht wieder hundertprozentig geheilt. Also kurvten wir durch die Straßen und genossen den Anblick auf die ganzen Häuser, die im Jugendstil errichtet wurden. Ein tolles Stadtbild!

 

Oh, da ein Parkplatz! Im Schatten! Wir parkten direkt vor einer Bank, um genau zu sein, direkt vor einem Bankautomaten. Als ich kurz hinten im Frosch stand und aus dem Fenster schaute, kam ein Mann vorbei, der Geld ziehen wollte. Ich beobachtete das Szenario. Ich konnte alles sehen. Wieviel Geld er abhob, welche Geheimnummer er eintippte…ob er einen Beleg darüber wollte. Und der gute Mann fühlte sich kein bisschen beobachtet….hart….

 

Nun denn, noch eine Runde mit den Hunden zu einem Park gemacht und sie dann im Frosch zurückgelassen. Wir wollten ein bisschen was sehen. Und so machten wir die Runde Schwedentor, Stadtmauer, Pulverturm zum Dom, Dom natürlich von innen angeschaut, Orgel bewundert, und zurück an den 3 Brüdern wieder Richtung Frosch. Wir kamen am neuen Rathaus vorbei, liefen durch einen Park und vorbei am Theater wieder zu den Hunden.

 

Und jetzt? Wir sollten mal einen Campingplatz aufsuchen, denn wir müssten mal unsere Wassertanks auffüllen. Reiseführer studiert: an der A1 in Gauja soll es einen Campingplatz geben. Monika, die blöde Kuh, hat es aber mal wieder nicht geregelt bekommen – sie kannte mal wieder nix. Und wir wollten doch einfach nur zur A1. Aber auch Riga ist, was dies betrifft, extrem merkwürdig ausgeschildert. Also irrten wir ewig in Riga umher bis wir dann endlich auf der A1 waren. Nach 28km waren wir dann „schon“ in Gauja. Das soll ein Campingplatz sein? Komische Holzhütten, aber keine Wohnwagen oder Zelte. Mitten im Wald. Ok, Ort ganz schön, aber irgendwie hatte das ganze eine etwas abstoßende Atmosphäre. Viel Graffiti, viel Müll….

 

Also umgedreht, weitergesucht. Aber auch hier boten sich weitere Graffiti und Müll-Bilder. Wir fuhren an einem „Feriencamp“ vorbei, dass einfach so unglaublich war: 2-stöckige Häuser, die aussahen wie Plattenbausiedlung, völlig heruntergekommen. Wie ein Ferien-Ghetto-Camp im Wald an der Ostsee. Sowas hatten wir noch nicht gesehen. Und wenn man meint, hier kommt auch keiner mehr hin: Pustekuchen: Hier und da ein blau/weiß-gestreifter Pavillon, darunter der rauchende Grill, drumherum die ganze Sippschaft und die Kinder am spielen. Harte Nummer. Bitte weg hier. Danke.

 

Wir fuhren weiter die A1 lang. Wir konnten nicht mehr. Mir tat der Rücken weh, Till der Nacken und die Hunde hatten auch keine Lust mehr auf Fahren. Lass uns einfach irgendeinen Parkplatz nehmen… Wir fuhren in den Ort Saulkrasti rein. Dieser liegt direkt an der Ostsee. Hinterm Zentrum fuhren wir einfach einem „P“ Schild hinterher und wurden belohnt: Wir stehen zwar nicht einsam und alleine, dafür aber direkt mit den Rücklichtern zum Strand auf einem Parkplatz, der nachts abgeschlossen wird. Heißt also: keine Party-Meute, keine Breitos, Entspannung. Und noch viel schöner: wir haben einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen.. Jetzt liegen wir im Bett, Till hat gerade noch die Heckscheibe geputzt, damit wir auch einen schönen Ausblick haben. Und jetzt werden wir es bei Meeresrauschen den Hunden gleich tun und ins Land der Träume fallen! Aber vorher lesen wir noch ein bisschen in unseren zahlreichen neuen Zeitschhriften, die wir uns heute Nachmittag noch am Rigaer Flughafen gekauft haben – wir lernen ja schließlich auch dazu. Und ein neuer Regen kommt bestimmt.

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