Eine Seefahrt die ist lustig…und für einen Hund Stress pur… 22.08.08

Tallin (Estland) – irgendwo (Ostsee)

 

Wachgeküsst von meinem Liebsten war ich trotzdem etwas traurig, dass wir heute mit der Rückreise beginnen würden. Schade, jetzt, wo es gerade so schön war. Ganz entspannt standen wir auf und sortierten uns und unsere Sachen. Was müssen wir alles mit auf die Fähre nehmen?

 

Nochmal frisch geduscht fuhren wir auch schon bald los zum Hafen, Terminal D. Boarding Time allerdings erst um 14 Uhr. Jetzt war es gerade erst 11 Uhr. Am Hafen war noch eine kleine Shoppingmall und hier schauten wir noch mal kurz rein. Aber so spannend war es dann auch nicht und Till muss es super langweilig gefunden haben…Amelie probiert zum Hundertsten Mal Sonnenbrillen auf (nein, ich habe keine gekauft, hab ja genug…), hier noch mal geluschert, da noch mal geguckt… So kriegt man die Zeit auch gut rum…

 

Zurück am Frosch ein Blick in den Kühlschrank. Wir hatten noch Kartoffeln, Zucchini und Tofu. Komm, ich mach uns mal ein Mittagessen. Gesagt, getan. Kocher aufgebaut und losgekocht. Till ging mit Ole und T-Bone spazieren.
Und dann ging nach dem Essen eigentlich alles recht schnell: Abgewaschen, alle Taschen zusammengepackt und zum Check-In gefahren. Mit den Pässen und den Ausweisen von T-Bone und Ole sowie unserer Reservierungsbestätigung und den Fahrzeugpapieren kletterte ich aus dem Frosch und begrüßte die Frau am Schalter. „Hello!“ und hielt ihr meine Sachen hin. Brauchte sie nicht, wie ich sofort feststellen musste: „Hello! Are you Till and Amelie?“ „Yes, we are!“ Ich war erstaunt. Die waren ja auf Zack! Ich musste weder nen Ausweis noch sonst irgendwas zeigen. Sie hatte innerhalb von 1 Minute alles fertig, drückte mir ein gelbes Din A 4 Blatt mit “Rostock” in die Hand, was gut sichtbar am Fenster angebracht werden sollte, sowie unsere Boardingpässe. 4 an der Zahl, einen für Till, einen für mich, einen für T-Bone und einen für Ole.

 

Wir fuhren Richtung Autoschlange, wurden aber vorbeigewunken. Ah, wir sollen eine weitere Reihe aufmachen. Nee, falsch. Wir sollten schon reinfahren! Waren wir die ersten? Schien so. Wir fuhren in den Bauch der Fähre. Ich hatte schon totale Panik mit unseren ganzen Taschen und den aufgeregten Hunden durch die Autoreihen zum Ausgang zu kommen, dann die engen Treppen hoch. Aber war nix. Alles total entspannt!

 

Wir hatten alle 300 Taschen geschultert, die Hunde an der Leine und verließen das Autodeck. Hey, ein Fahrstuhl. Perfekt. Wir fuhren in die 8. Etage und fanden auch sogleich unsere Kabine. Klein aber fein. Bald sicherlich so richtig eingemieft.

Wir richteten uns ein und dann wurden auch schon die Motoren angeschmissen. Mit Prosecco-Döschen bewaffnet gingen wir dann aufs Sonnendeck und schauten bei der Ausfahrt aus Tallinns Hafen noch mal zurück auf die schöne Kulisse. Bei Sonnenschein verließen wir Estland.

 

Zurück in der Kabine nahmen wir die Hunde an die Leine und suchten den Hunde-Outdoor-Bereich. T-Bone hinterließ schon einen Mini-See im Fahrstuhl. Peinlich. Naja, der Teppich trocknet schon wieder. Armer Kerl. Er und seine blöden Entwässerungstabletten. Draußen hatte er dann keine Probleme an Deck zu schiffen. Ole hingegegen schon. Der arme war so nervös und aufgeregt. Da ging gar nichts. Und normalerweise macht er auf Kommando. Wir gingen zurück in die Kabine, damit Ole ein bisschen entspannen kann und sich an die Situation und die Geräusche gewöhnt. „Die Hunde dürfen nicht mit aufs Bett“ las ich in der kleinen Fährenmappe, und T-Bone grinste mich an, gemütlich in die Decken eingekuschelt.

 

Wir machten ein Nickerchen. Mit der Ansage, dass wir Helsinki erreicht haben, wachten wir auf. Wir gingen noch mal mit Ole und T-Bone an Deck. T-Bone fand es inzwischen ok. Ole überhaupt nicht. Wir setzten uns auf die Treppe, leinten Ole ab, damit er frei rumlaufen kann und blieben ein paar Minuten einfach so sitzen. Aber Ole, er lief hin und her und hin und her. Kein Geschnüffel, kein Beinchen gehoben. Also wieder alle zurück in die Kabine. Da liegt er im Körbchen und ist entspannt. Da wir gerade in Helsinki im Hafen lagen, konnte ich runter auf das Autodeck gehen. Ich holte Baldrian. Vielleicht beruhigt das Ole ein bisschen. Schauen wir mal.

 

Wir schnappten den Laptop und gingen runter an die Bar um ein bisschen im Internet zu surfen. Der Tequilla Sunrise, mit der wir auf unseren Estand Abschied anstießen, war herzlich wässerich. Egal. Runter damit. Und das Netz? Das war auch mehr als lahm. 5 Minuten dauerte es, bis sich Till´s Emails aufbauten. Auch kein entspannter Zeitvertreib. Shopping? Shopping. Aber die Läden hatten schon zu. Mmmhhh…. Also kauften wir uns an einem Tresen ein belegtes Brötchen und einen Salat und gingen zurück in unsere Kabine.

 

Was für ein Hunde-Muff. Halleluja…. Wir versuchten einen weiteren Gang mit den Hunden. Bei Ole wieder erfolglos. Zurück in der Kabine trank er wieder den halben Napf leer. Oh man, das wird hier noch ein nasses Unglück in der Kabine geben heute Nacht…. Wir zückten das Monopoly Spiel, damit ich wieder verlieren durfte, gegen meinen Immobilien-Mogul Hans-Peter. Ich bin einfach zu schlecht im Würfeln. Wie kann man 5 x hintereinander auf das Steuerfeld kommen um dann auch noch 3 x ins Gefängnis geschickt zu werden um dann immer wieder auf Straßen zu landen, die schon verkauft waren? Blödes Spiel. Till hatte inzwischen 5 Hotelketten erbaut. Ich gab auf. Ich hatte nur noch ein paar Scheinchen. Hatte a) keinen Zweck mehr und b) machte das auch keinen Spaß.

 

Ein nächster Versuch mit den Hunden. Alle raus aus der miefigen, verpupsten Kabine. Und endlich, wir standen bereits 5 min rum, da machte Ole einen riesigen See! Entspannt sah er dabei nicht aus, es schien so, als wäre es ihm unglaublich peinlich….

 

Puh, nun können wir beruhigt schlafen. Wir zogen die Gardinen zu und mümmelten uns in unsere Decken. Gute Nacht auf hoher See!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Martin & Asia (Dienstag, 09 Februar 2010 02:23)

    Tolle Seite und 911'er ...
    Würde gern mehr über die Reisen mit den Hunden erfahren. Wir sind meist mit dem Landy 110 unterwags und zwei Hunden ... demnächste aber auch mit einem 911.
    Grüße aus China,

    Martin