Falsch vorbereitet, ein Alternativplan muss her! 13.08.08

Ovisi – Jurmala (Lettland)

 

Es hatte sich eingeregnet. Alles war nass und wurde auch nicht mehr trocken. Der Flockenteppich auf unserem Sandblech-Einstieg war nass und sandig, also hier drinnen auch keine Chance mehr auf etwas „Sauberkeit“. Egal.

 

Die Göttinger waren am Nachmittag zuvor schon abgehauen und wir hatten eine regenreiche Nacht am schönsten Platz Lettlands hinter uns. Der Morgen zog sich weiter grau in grau dahin. Also packten auch wir mal wieder alles zusammen. Wir waren auf dieses Wetter nicht vorbereitet. Mit einer Regenjacke war es halt nicht getan. Es fehlten die Kreuzworträtsel, die Bücher, eine DVD, die man auf dem Laptop gucken kann und so weiter…aber: Versuch macht kluch, wir wissen, worauf wir bei unserer nächsten Reise achten werden!

 

Till und ich hatten seit Polen den Deal: der eine Tag gehört Till, der andere Tag gehört mir. Und das ganze dann immer im Wechsel. Und jeder darf an seinem Tag den kompletten Ablauf bestimmen. Eine wunderbare Regelung, so kam jeder auf seine Kosten, und es war dem anderen immer eine Freude, den Wunsch des anderen zu erfüllen, war ja schließlich sein/ihr Tag.

 

Heute war mein Tag und noch ein Tag im Frosch rumhängen, nee. Da hatte ich keine Lust zu. Wir fuhren weiter. Heute sollte auch mal wieder die Videokamera in Einsatz kommen. An der nördlichsten Spitze in Kolka drehten wir dann wieder eine nette Szene für „atv“ und amüsierten uns prächtig. Trotz Regen. Wir trafen auf Italiener, die mit dem Motorrad unterwegs waren. Ach nee, dann doch lieber LKW! Auf dem Weg nach Jümala, dem Nobel-Vorort von Riga wurden wir dann noch mal in der LKW These bestärkt: wie kann man sich dieses Land als Rad-Tour aussuchen? Die armen Leute. Von oben bis unten nass, trotz Regenkleidung, auf Schotterstraßen unterwegs, das ganze dann noch mit Kindern und dann kamen WIR auch noch im großen LKW vorbei, schleuderten bestimmt noch ein paar Steinchen hoch und saßen im Trockenen. Die Armen, vor allem, die armen Kinder, die werden nie mehr schöne Erinnerungen ans Radfahren haben….Wir hingegen werden herrliche Erinnerungen an die Schotterstraßen haben, denn z.B. darum, weil Till ein bisschen den Druck aus den Reifen gelassen und wir nun Butterweich durch den Matsch fahren konnten. Der Frosch sah inzwischen herrlich verdreckt aus.

 

Im Reiseführer hatten wir gelesen: in Jümala gibt es ein Spaßbad, den Akvapark. Da wollten wir hin! Wir hatten ein bisschen Schwierigkeiten, das angeblich größte Spaßbad Nordeuropas zu finden, kamen dann aber doch eher zufällig dran vorbei. Rein ins warme Nass!!

 

Zahlreiche Wasserrutschen, Reifen und Gummiboote, mit denen man die langen Rutschen runterrutsche versüßten uns dann den frühen Abend. Wie kleine Kinder rannten wir immer und immer wieder die Treppen zu den Rutschen hoch, was für ein Spaß! Mit Gekreische dann die Rutschen runter um unten völlig aus der Puste lachend aus der Tube ins Wasser zu fliegen. Und noch mal von vorne. Nach 2,5 Stunden konnten wir nicht mehr. Wir waren erschöpft. Jetzt noch schön duschen, ohne an den Wasserverbrauch zu denken und zurück zu T-Bone und Ole.

 

Wir fuhren dann noch ein Stück durch Jümala, mussten an einer Baustelle kehrt machen, da die Brücke nur für 2,90m hohe Fahrzeuge gemacht war und nicht für 3,10m…. Aber auch dies meisterten wir inzwischen wir Profis. Schlussendlich fanden wir einen Parkplatz, direkt am Strand. Die Maccaroni & Cheese wurden heute Abend mal auf unserer Dachterrasse zubereitet. Hier hatten wir die ganze Zeit über erst einmal gesessen. Feucht wurde es. Und kalt. Also ein Stockwerk tiefer, ab uns Bett. Zwar knallten uns die Lichter der Leuchtbuchstaben des Bar & Grill- Ladens vom Strand direkt in den Frosch und direkt aufs Bett – aber wir waren so müde, dass wir trotz der Beleuchtung und dem Party-Krach auf dem Parkplatz schnell einschlafen konnten.

 

Auf einer Skala von 1 bis 12 (1 = schlecht, 12 = das Beste) war dieser Tag definitiv für uns beide bei 12 einzuordnen.

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