Kampa-Winkelbungalow trifft Plattenbau 08.08.08

Marijampole (Litauen) – Klaipeda / kurische Nehrung (Litauen)

 

Als es hell wurde, mussten wir feststellen, dass wir mitten in einem Neubaugebiet gelandet waren. Da standen schicke Einfamilienhäuser. Die, die umzäumt waren, waren fertig, die anderen standen irgendwie so mitten auf einer Wiese, ohne jegliche optische Grundstücksabgrenzung - keine Hecke, keine Bäume oder sonstige Bepflanzung. Und sie befanden sich teilweise noch im Bau. Egal, eingezogen wurde scheinbar schon nach dem Richtfest. Vor der Haustür dann 3 neue Autos. Bevorzugt deutsche Marken : BMW, VW, Audi. Und wir mit unserem Frosch mitten drin auf einer noch unbebauten Wiese. Ole und T-Bone fanden es toll, so konnten sie herumschnüffeln, bellen und laufen, ohne, dass sie ständig von ihren Eltern ermahnt werden mussten, doch bitte auf vorbeifahrende Autos aufzupassen.

 

Aber auch bald brachen wir hier unsere Zelte ab, schließlich wollten wir heute noch an die Ostsee. Zurück auf der Straße freuten wir uns über den scheinbar noch recht jungen Straßenbelag und auch die A1 ab Kaunas war hervorragend zu befahren. Unsere Monika zeigte uns für 200 km eine Ankunftszeit von 13 Uhr an – das waren zwei Stunden. Ist klar. Gestern haben wir für 190 km den ganzen Tag gebraucht… warten wir es ab…


Auf die Tube gedrückt und so ging es mit ca. 90 km/h die A1 hoch Richtung Klaipeda. Höchstgeschwindigkeit sogar zwischendurch 107 km/h! Hui jui jui….

Zwischendurch eine kurze Pinkelpause für uns und die Hunde, waren wir tatsächlich um 13.30h in Klaipeda. Dort wurde dann für 1,20 € / Liter erstmal getankt. Was für ein Stadtbild, sozialistischer Wohnungsbau vom Feinsten. Aber witzigerweise gewöhnt man sich doch recht schnell an die sozialistische Bauart.


Ein kurzes Mittagspäuschen mit leckeren Wraps am Hafen und dann setzten wir mit der Fähre über auf die kurische Nehrung für nur Litas 160,00. Hier konnte man lediglich den alten Postweg langfahren – dies war die einzige Straße. Und dafür wurde dann auch noch mal kräftig Maut (Litas 50,00) abkassiert. 50km ging diese Straße, bis zur russischen Seite. Hier kam man nur mit Visum rüber. Die Straße ging die meiste Zeit durch einen Wald durch, dann kam ein kleines Fischerdörfchen mit hübschen bunten Holzhäusern á la Bullerbü und einem herrlichen Blick auf die Süßwasserseite – dem kurischen Haff. Und weiter durch den Wald. Am Wegesrand dann echte Wildschweine, die man nicht füttern durfte – aber typisch für manche Touristen, sie tun es trotzdem. Ein Stückchen weiter überquerte dann eine ganze Wildschweinfamilie die Straße, Mama, Papa und 3 süße Kinder….

 

Wir fuhren auf einen ausgeschilderten Parkplatz auf der Ostseestrand-Seite. Witzig, hier stand ein ähnliches Gefährt wie der Frosch, ein Unimog, aber neustes Baujahr, mindestens 150.000 Euro teuer. Und dann auch noch aus Göttingen! Wirklich kontaktfreudig waren die Göttinger allerdings nicht…

 

Da man auf diesen Parkplätzen nachts nicht stehen darf, haben wir uns im Fischerdorf Nida einfach auf einen regulären Parkplatz an der Straße gestellt, übrigens unmittelbar bei Ferienhaus von Thomas Mann, unter einer Laterne, aber egal. Hier war es in Ordnung und wir waren nach unserem Spaziergang durchs Dorf und einer großen Runde Kniffel echt müde. Und die Hunde auch.

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