T-Bone´s Geburtstag und jede Menge Action! 09.08.08

Kurische Nehrung – Palanga / 21 Grad 4`18“ östlich, 55 Grad 58`48“ nördlich (Litauen)

 

Jetzt gerade genießen wir einen herrlichen Sonnenuntergang in Palanga und sind mit unserem Frosch direkt am Strand. Ein Gläschen Rotwein dazu – das haben wir uns nach dem Tag voller Aufregung und Action auch echt verdient.

 

Mit einem Geburtstagsständchen-Medley für T-Bone fing der Tag heute bereits sehr amüsant an. Der kleine ist heute schon 14 Jahre alt geworden. Also bekam er eine Kerze und ein paar Extra-Hundesnacks. Ich lag noch im Bett, da hat Till schon den Motor angeschmissen, Frühstück am Strand war der Plan! Doch das fiel dann leider mal wieder ins Wasser. Kaum hatten wir alles draußen parat ging der Regen los…. Wie gut, dass wir nicht zelten…

 

Nach dem Schauer und dem Frühstück im Frosch packten wir unsere Strandtasche und zogen mit ordentlich Geburtstags-Gedöns, Prosecco und ner Decke gen Ostsee-Strand. T-Bone wurde mit Luftschlangen geschmückt und bekam, wie wir und Ole ein Papphütchen auf. Wir setzten dann noch schnell die Nasen auf und veranstalteten ein herrliches Tröt-Konzert für T-Bone, was er und Ole mit herzhaftem Gebelle untermalten. Ach schön. Die andern Leute haben uns wahrscheinlich innerlich den Vogel gezeigt…

Nach kurzer Zeit hatte T-Bone allerdings keine Lust mehr auf Strandtag und wir beschlossen, nun die Sightseeing-Spots zu entdecken. Also alle rein in den Frosch und wieder zurück nach Nida. Hier dann ganz dezent mitten im Weg auf einem Parkplatz geparkt. Egal. Die Leute kamen schon irgendwie vorbei. Die Hunde ließen wir zurück und wir spazierten durch die Dünen mit herrlichstem Blick auf die größte Wanderdüne Europas.

 

Was für ein herrlicher Blick. Links das kurische Haff mit ruhigem Wasser, in der Mitte die Wanderdüne und angrenzender Wald und rechts die raue Ostsee. Wunderschöne Landschaft! Wir gingen weiter, kreuzten die große Sonnenuhr und beobachteten eine Hochzeitsgesellschaft und rannten dann runter ins „Tal des Schweigens“, der großen Wanderdüne. Was für ein Wind. Der Sand ist in jede Pore gekrochen. Auf dem Weg zurück durch die Dünen hörten wir sie schon Radau machen: „Wau wau“ – das war eindeutig T-Bone!

 

Wir stiegen zurück in den Frosch, schließlich ist das Motto unserer Reise: Keep on trucking!! Wir verließen die wunderschöne kurische Nehrung und tauchten wieder auf, aus der Ferienwelt in die Ost-Welt mit dem Plattenbau. Zurück mit der Fähre nach Klapeida. Und hier trafen wir sie wieder: die Göttinger, sie fuhren direkt vor uns auf die Fähre.

 

Hier dann Monika gestartet, aber die blöde Kuh kennt scheinbar gar nichts in Litauen. Palanga ist auf jeden Fall auch schon wieder nicht dabei. Also wie früher: Karte gezückt und mal auf die Straßenschilder geachtet – ging auch!
Dann plötzlich ein Knall und Schlagseite nach Links. Wir haben einen Platten. Ein Glück kamen wir gerade an einem großen Parkplatz vor einem Einkaufszentrum vorbei. Raufgefahren, ausgestiegen. Mmmhhh….genau, Schlagseite. Nix Plattfuss. Alles in Ordnung. Also weiterfahren. Aber das große „Abenteuer“ lag noch vor uns…

 

In Palanga, einem kleinen Ort mit 20.000 Einwohnern und mindestens genauso viel Urlaubern suchten wir eine Möglichkeit zu parken, um einen kleinen Stadtbummel zu machen. Zimmer hätten wir reihenweise mieten können – denn hierfür wurde an der Straße reihenweise Werbung gemacht. Aber nicht mit regulären Werbetafeln, nein. Ein Auto parkte hinter dem nächsten, der Kofferraum weit aufgerissen und hier wurde ein riesiges handgeschriebenes Papp-Schild reingeklemmt.

 

In 150m auf der linken Seite: ein Parkplatz. Voll, mit zahlreichen parkenden PKWs. Da haben wir keinen Platz. Doch doch, ich schau mal, meinte Till und schon waren wir in der Parkplatz-Falle. Hier kam man gerade mal vorwärts rein…aber rückwärts wieder raus? Also steckten wir fest. Überall geschaut, keine Weg zurück. Also mussten wir rückwärts wieder raus. Oder doch wenden? Mmmhhh, da wo es so eng ist, dass Autos schon fast nicht wenden können, soll der Frosch gewendet werden? Also ich ausgestiegen und den Parkeinweiser gemacht. Das klappte auch sehr gut. Bis der Fahrer dann leider einmal die Gänge durcheinander bekam. Was bei engem hin und her wenden und Millimeter genauem Einweisen im wahrsten Sinne des Wortes mal schön nach hinten losgegangen. Da wo vorher noch 20cm Platz war, war dann plötzlich eine Lampe und die Stoßstange des parkenden Vans kapputt. Statt vorwärts zu fahren, war noch der Rückwärtsgang drin und wumm krachte der Frosch in das andere Auto. Und alle sahen zu….

 

Was nun? Wegfahren ging gar nicht. Ein Auto fuhr weg und wir hatten die Möglichkeit, den Frosch zu parken. Also abgewartet, bis das unwissende Unfallopfer kam…

 

Und dann ging’s los. Wir konnten uns erstmal nicht verständigen. Englisch konnte er nicht und wir kein Russisch (?)…. Dann unsere Rettung: eine junge Dame, die seit 3 Jahren in Braunschweig wohnt! Sie konnte übersetzen. Vorschlag: wir zahlen sofort bar. Nein, er wollte die Polizei. Scheibenkleister… Die Polizei wurde gerufen und wir dabei ertappt, dass wir die grüne Versicherungskarte nicht dabei hatten. Leider hatten wir gar nichts dabei… Also versuchte ich die Telefonnummer der Züricher Versicherungs Hotline rauszufinden während Till mit der Polizei und dem Unfallopfer sprach. Dann die Rettung: er möchte 100 Euro und dann ist die Sache geritzt…Vorschlag übrigens von der Polizei… Also Till zum Geldautomaten und Cash gezogen…Leider wollte der gute Mann tatsächlich Euro und nicht Litas! Und nun? Wir unser restliches Euro-Geld zusammengekramt. Wir kamen auf 45 € plus die 400 Litas – und davon ließ sich der gute Mann schlussendlich überzeugen. Oh man. Es kam mir vor wie Stunden…. Insgesamt war das nun ein Vergnügen für ca. 150 € - extrem Glück gehabt, dafür dass die Stoßstange zerbeult, die Lampe kaputt und das ganze neu lackiert werden müsste…


Da der Frosch gerade so gut stand, nahmen wir die Hunde an die Leine und machten erstmal einen Gang durch die Innenstadt zur Entspannung. Irgendwie war hier gerade ein Fest, ähnlich wie die Domweih… sogar mit Umzug! Aber auch dieses Vergnügen wurde je unterbrochen, da Ole keinen Maulkorb trug und die Polizei uns darauf hinwies, dass dies Pflicht ist. Also zurück zum Unfallort… ob wir hier jemals rauskommen? Aber auch hier war das Glück wieder auf unserer Seite: ein Van fuhr weg und wir hatten wieder etwas mehr Platz zum rangieren. Also ich wieder die Rangiermeisterin gemacht und Till diesmal wunderbar in Einzelschritten den Frosch herausmanövriert, als wäre es das Leichteste von der Welt.

 

So, und nun stehen wir direkt an der Ostsee und die Sonne ist fast verschwunden. Und wer fuhr vor einer Stunde hinter uns auf den Strandweg? Richtig, die Göttinger! Aber die sind irgendwie nach 5min auch wieder verschwunden. Nun haben wir die Strandaussicht für uns alleine! Till sitzt neben mir und beobachtet Leute durch ein Fernglas, das Gemüse für unser Thaicurry ist bereits geschnippelt und der Rotwein fast ausgetrunken. Oles kranke Pfote ist verbunden (seit ein paar Tagen humpelt er leicht, ob er sich an der Kralle verletzt hat?)T-Bone sind die Augen schon zugefallen. Für uns heißt es jetzt echt nur noch Entspannung und das bedeutet für mich: ich werde gleich den Kochlöffel schwingen!!

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