Till´s Behinderung und viel zu tun für mich… 17.08.08

Tecklendorf (Estland) –Töstamaa (Estland)

 

Till´s Hand wurde über Nacht schlimmer. Nun zog sich die Schwellung zum Ellenbogen hoch. Wir markierten die Stelle mit einem Kugelschreiber. Wenn es schlimmer wird, dann geht´s zum Arzt.


Ich schleppte den Laptop wieder zur Rezeption und googelte Wespenstiche. Da stand es schwarz auf weiß: „Kortison hilft und Hand ruhig halten ist das Beste. Am 2. und 3. Tag ist es am schlimmsten, nach 6 Tagen sollte es weg sein“. Alles klar. Zurück zu Till und ihm berichtet. Also rein mit den Kortison-Tabletten und Hand ruhig halten!
Dies hatte natürlich zur Folge, dass ich diejenige war, die das große Chaos von gestern zu beseitigen hatte. Till machte es sich auf der Decke mit seinen Zeitschriften und den Hunden gemütlich und ich fing an mit dem Abwasch.

 

Nachdem ich nach meinem ersten und zweiten Stich die Wespen immer noch wieder in Freiheit ließ, war ich inzwischen echt genervt von diesen Insekten. Also wurden sie, sobald ich sie mit dem „Snappy“ fangen konnte erst ertränkt und dann mit meinem Gummilatschen mutwillig um die Ecke gebracht und durch den Ausguss nach draußen gespült. Neben dem Reifen sammelten sich inzwischen einige Wespen-Leichen...

 

Wir beschlossen, heute weiter zu fahren und nicht noch einen Tag sesshaft zu sein. Wir bzw. ich packte alles zusammen, zurrte die Sandbleche fest und fuhr den Frosch zur Wasserstation vom Campingplatz. Während Till sich mit T-Bone und dem Laptop noch mal ins Internet verzog, füllte ich den leeren Tank auf, Ole hing wieder bei den anderen Gästen rum und hielt diese auf Trapp. Die Gäste hatten ihn sehr ins Herz geschlossen. Kurz vor Abfahrt kamen sie sogar noch mal mit einem eigenen Teller Grillfleisch für Ole, das er dann mit der Gabel gefüttert bekam! Er freute sich, die Gäste freuten sich und wir ahnten bereits jetzt eine gewisse „Gasbildung“…
So, nun aber mal alle eingestiegen, sonst kommen wir hier nie weg. Motor angeschmissen und Abfahrt!

 

Wir fuhren Richtung Parnü, einem Kur- und Badeort. Dort angekommen hielten wir aber nicht an. Keine Lust. Also einfach mal durch Parnü durch und hinten wieder raus. Nach einer Weile ging es rechts ab zu einem Aussichtspunkt. Ach, lass uns hier doch mal hinfahren und gucken, was es da so zu gucken gibt. Gesagt getan. Über einen Feldweg, vorbei an Kuhwiesen und Mini-Ostsee-Buchten mit Schilf-Gewächs fing dann die Webasto-.Standheizung wieder an zu klappern. Wir ließen den Aussichtspunkt Aussichtspunkt sein – und fuhren einen kleinen Weg auf einen mit Heide und mit kleinen Bäumen bewachsenen Strand. Ach, war das schön hier! Okay, erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Motorhaube auf, Schraube ist noch da. Aber wir sollten sie noch mal festziehen. Und da Till ja aufgrund seiner kleinen Behinderung heute nur Beifahrer und Anweiser war, bekam ich dann die Knarre und den Maulschlüssel in die Hand und kletterte unters Auto. Da kam man eigentlich ganz gut ran. Also festgezogen und wieder unterm Auto hervorgekrabbelt.

 

Und nun? Hier bleiben konnten wir nicht. Dies schien ein privates Strandgrundstück zu sein. Ach, schlug Till vor, lass uns doch mal da zum Leuchtturm an der Spitze schauen und zeigte mit dem Finger hinter mich. Ja, gute Idee! Alle wieder rein in das Mobil und weiter ging es über einen sandigen Feldweg. Und nach einer Baumreihe standen wir plötzlich direkt am Strand, weit und breit nur Fliegen, Mücken, Bäume, wir und die Ostsee. Wir wurden belohnt. Ein toller Platz! Die Sonne knallte, die Fliegen summten um uns herum, was zeitweilig doch sehr nervte. Aber egal. Immer noch besser als Wespen!

 

Nachdem ich meine Wäsche zum Trocknen aufgehängt hatte, machten wir es uns vor dem Frosch auf unseren Thaimatten gemütlich und genossen den Nachmittag bei Caprisonne-Wassereis und Zeitschriften bzw. einem Buch. Die Hunde hechelten. Wir machten Handtücher nass und legten diese auf die Hunde. Das sollte sie ein wenig kühlen. Und es schien ihnen auch recht gut zu gefallen.

 

Zum Abend hin kamen dann wieder die fiesen Mücken. Während Till schon drinnen auf dem Bett seine Zeitschriften las, kochte ich unsere Spaghetti noch draußen, kam dann aber auch mit Sack und Pack rein.


Was für ein herrlicher Blick. Wir saßen hinter den Fahrer-Sitzen, dort wo T-Bone tagsüber beim Fahren seinen Chefplatz hat und schauten aus dem Fenster. Bei Spaghetti mit Pesto genossen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Als es dunkel war, kam wieder das Monopolyspiel zum Einsatz. Ich wollte Revanche!

Bald gehörten mir die Turm- und die Badstraße und ich baute Hotels! Wenn Till da rauf kommt, dann darf er löhnen… kam er aber nicht. Ich glaube, während des Spiels nur ein einziges Mal… Er hingegen kaufte wieder alles, was ging, hatte auch wieder alles belastet, was zu belasten war. Ich hortete mein Geld. Dann kaufte ich ihm für eine horrende Summe die Theaterstraße ab und baute auch hier mehrere Häuser. Er hatte inzwischen die grünen Straßen (Rathausplatz & Co) bebaut. Und als er dann auch noch auf Parkstraße und Schlossallee ein paar Häuser setzte, da war meine Kasse wieder leer, alle Häuser und Hotels verkauft und sämtliche Straßen belastet. Er hatte es schon wieder geschafft. Ich war pleite…

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