Verkehrsregeln? Nicht in Polen 05.08.08

Prenzlau – Polen Ostsee

 

Eine entspannte Nacht lag hinter uns, als wir heute morgen um hab acht den Frosch starteten, um über die Grenze nach Polen zu kommen. Unser heutiges Ziel: Ostsee. Draußen Sauwetter: Regen, Wind und echt kalt. Wo war die Sonne?? Wir haben Anfang August – nicht Herbst! Also Scheibenwischer angeworfen und auf ging´s. Ein heftiges Geschaukel und Geklapper als wir mit 70 km/h auf der A11 Richtung Grenze schlichen, das Stück Autobahn könnten sie auch irgendwann mal erneuern… Und natürlich fiel uns auch hier wieder nach einem kräftigen Rums auf: die Besteckschublade war wie immer nicht richtig verschlossen. Nach hinten geklettert, Riegel vorgeschoben. Ole war das ganze Geschaukel und die aus dem Regal fallenden Plastikbecher nicht so ganz geheuer, er wechselte vom Bett zur Tür ins Körbchen und zurück aufs Bett. T-Bone hingegen hatte es sich, wie immer, hinter unseren Sitzen in seinem Körbchen gemütlich gemacht. Chef-Platz.


Hinter der Grenze planten wir eine kurze Pause, die dann doch bis 12 Uhr andauerte, die Müdigkeit vom Festival steckt uns echt noch in den Knochen. Aber macht ja nichts, wie haben ja Urlaub.
Dann ging es weiter über die „Autobahn“. Erst noch zweispurig, wechselte die Autobahn regelmäßig zwischendurch für ein paar Meter zu einer Schnellstraße mit Zebrastreifen und Kreuzungen, um dann schlussendlich einspurig zu werden mit permanentem Überholverbot. Aber das interessiert ja die Polen nicht. Also wird fleißig zum Überholen angesetzt und das Ganze dann auch am liebsten in einer Kurve, wo man schon sieht, dass einer von vorne kommt. Aber macht ja auch nichts, denn wenn beide Autos auf den Seitenstreifen ausweichen, dann kommt der Überholende ja in der Mitte durch…


Aber auch der Seitenstreifen wurde zwischendurch mal zum Anhalten genutzt. Was wir gelernt haben: man muss hier mit allem rechnen und am besten gleichzeitig. Denn während ich brav mit Blinker anzeigte, dass ich den Wagen am Seitenstreifen leicht umfahren wollte, flog in genau der Sekunde die Fahrertür von eben diesem Wagen auf und ich konnte das Lenkrad gerade noch so rumreißen, sonst wäre ich wohl voll in die offene Tür gefahren. Tief durchatmen, ist ja gerade noch mal gut gegangen. Ein paar Minuten später dann ein Sprinter, der uns überholt und beim Einschlagen auf unsere Spur scheinbar vergessen hatte, dass sein Wagen ein paar Meter länger ist oder uns einfach mal voll ignoriert hat…ganz nach dem Motto: passt schon. Dass man dann an so einigen Blechschäden am Straßenrand vorbei fuhr, wunderte uns dann auch überhaupt nicht mehr. Weiter ging es dann über kaputte und enger werdende Straßen zur Ostsee hoch, auch hier wurde wieder munter überholt oder ewig der Wunsch zu Überholen angezeigt, um dann ganz plötzlich an uns vorbei zu fahren – schöner Überraschungseffekt. Mir hat´s echt gereicht. Fahrerwechsel. Till hat sich dann auf die polnischen Gegebenheiten eingelassen und hat uns dann ganz entspannt weiter gen Ostsee gefahren, während ich noch des Öfteren tief durchatmen musste.

 

Nach einer kleinen Pause für die Hunde forderten wir „Monika“ dann auf, uns einen Weg zu einem Platz direkt an der Ostsee zu zeigen. Durch Dörfer durch und an Feldern vorbei lotste uns „Monika“ dann über einen Feldweg tatsächlich direkt an die Ostsee. Der Frosch und das Wasser trennt derzeit ein schmaler Streifen Wald – ein Glück, denn so sind wir vor dem heftigen Wind geschützt und haben nun auf einer großen Wiese ein schönes Plätzchen für den Abend gefunden. Optisch sieht es hier genauso aus, wie an der Ostsee in Mecklenburg Vorpommern, Kilometer lange Strände, weit und breit kein Mensch zu sehen. Schade, dass so ein Schiet Wetter ist, das wäre hier echt traumhaft, wenn die Sonne scheinen würde. Aber so kamen wir in den Genuss, bei unserem Strandspaziergang die meterhohen Wellen zu beobachten und uns vom Wind so richtig durchpusten zu lassen.

 

Zurück im Frosch dann eine warme Dusche, Abendessen und Backgammon. Jetzt noch ein Weilchen Lesen und dann beim Rauschen der Ostsee gemütlich einschlafen, bis es dann morgen wieder heißt: Autofahren in Polen – no risk no fun!

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