Wartungsarbeiten am Frosch 16.08.08

Tecklendorf (Estland)

 

Ein Tag der Entspannung und Wartungsarbeiten lag vor uns. Kurz nach dem Aufstehen erstmal die Teppiche raus, ausklopfen und durchgefegt. Ein bisschen Ordnung musste her, dafür, dass wir es kurze Zeit später natürlich wieder in ein großes Chaos verwandelten. Wie kann das eigentlich immer so schnell passieren…?
Till ging zur Rezeption und organisierte uns Strom, denn die Batterie für unseren Wohnbereich wollten wir mal komplett aufladen. Irgendwas stimmte hier nicht, zwischendurch stürzte alles mal ab, wenn wir zuviel Licht anhatten und zusätzlich noch die Wasserpumpe beschäftigten. Also alles raus aus dem Frosch, Schuhe, Matratzen, Thaimatten, Decken, alles was halt so rum lag. Bett abgebaut und von außen nach innen an die Batterie im Bettkasten Strom angestöpselt. Okay, jetzt den Tisch aufgebaut, dann können wir wenigstens noch auf der einen Seite sitzen. Und schon hatten wir es wieder geschafft: das perfekte Chaos…

 

Nun war es Zeit, sich dem gestrigen Fisch-Drama zu widmen. Der Tank. Es war inzwischen alles getrocknet und wir konnten ihn wieder reinschieben. Sollten wir den Tank jetzt noch mal innen reinigen? Aber womit? Mmmhhh. Kräftig durchspülen muss reichen. Also schleppten wir den Tank zum Gartenschlauchanschluss und ließen einen Schwung Wasser durchlaufen. Das sollte helfen auch wenn wir es uns halt einfach nur einbildeten. Tank durchgespült und zurück damit. Man, das Ding ist doch gar nicht sooo leicht und mit Tills geschwollener Hand auch nicht der beste Zeitvertreib… Wir schnallten die Schläuche im Inneren des Frosches hoch, so dass wir den Tank wieder reinschieben konnten. Und Hopp, hoch das Teil, man, war das schwer…aber es klappte dann dich ganz gut und wir konnten ihn wieder zurück an seinen Platz wuchten. Nun vorsichtig reingeschoben, Till kontrollierte es von innen. Der Tank war wieder drin. Schläuche sortiert – Tank auf der Liste abgehakt. Was war noch zu tun? Hinten die Leuchte musste ausgetauscht werden. Glühbirne reingeschraubt, getestet, ob sie geht. Sie geht. Abgehakt. Und nun? Ach ja, der Solarladeregler musste noch mal gecheckt werden. Abgeschraubt, neu gemacht. Fertig. Die massiven Engpässe der Spannungsversorgung sollten nun kein Thema mehr sein. Kurz noch die Kabel in unserem Regal über der Küchenzeile neu verklebt und dann war es auch schon getan mit den Wartungsarbeiten.

 

Nun widmete ich meine Zeit unseren Reiseberichten und dem Sortieren der Fotos. Und dann: auf ins Internet! Oben im ersten Stockwerk der Rezeption konnten wir mit unserem Laptop problemlos Wireless Lan empfangen. Herrlich. Till war glücklich!  Emails checken! Und dann die gesammelten Reiseberichte hochladen. Noch ein bisschen surfen und schon war der Nachmittag auch geschafft.

 

So ein Tag auf dem Campingplatz ist auch mal ganz nett, wie wir feststellen mussten. a) irgendwie waren wir fast die einzigen b) war die Atmosphäre dort nicht so typisch Campingplatz c) die besten Toiletten von Welt d) eine tolle Dusche und e) Internet! Ach ja, und in Ole hatten sich inzwischen auch alle verliebt. War ja klar, der alte Charmeur.

 

Nun noch einen Gang mit den Hunden. Wir liefen zum Wasser herunter. Statt eines Sandstrandes erwartete uns hier eine ähnliche Kulisse wie aus der alten Kit Kat Werbung mit den zwei Enten-Jägern. Hohes Schilf, aber zum Wasser hin dann doch wieder etwas steiniger und undefinierbare grüne Algen-Ablagerungen, auf denen man ging wie auf Watte. Ob die Hunde das auch so lustig fanden wie wir? Ein Blick zum Horizont: das Blau vom Wasser ging direkt in das Blau vom Himmel über. Man konnte den Unterschied gar nicht mehr erkennen. Wunderschön anzusehen. Natürlich mit der Kamera festgehalten. Wir gingen weiter….Auf unserem Weg lag dann einfach mal ein alter Russen-Fernseher rum…

 

Mit Veggi-Schnitzel und Spaghetti läuteten wir bei einem Glas Rotwein unseren Abend ein. Monopoly sollte gespielt werden. Lustig, wenn man die Sprache nicht kennt. Aber wir konnten die Ereignis- und Gemeinschaftskarten auf Lettisch dann doch irgendwie entschlüsseln. Zumindest „zahlen“ oder „bekommen“. Alles andere entsprach dann der Fantasie. Nun wurden Straßen gekauft, Bahnhöfe und das Elektrizitäts- bzw. Wasserwerk. Till saß im Gefängnis, kam aber dann doch schnell wieder raus. Und dann ging es los, er bebaute Bad – und Turmstraße. Mit Hotels und Häusern. Und natürlich landete ich ab sofort bei jeder Runde dort und musste abdrücken. Ich fing an, meine Straßen zu belasten. Bald hatte ich auf allen eine Hypothek. Und Till baute fleißig weiter und weiter… Er zog mir das Geld aus der Tasche und hatte kein Mitleid! Ich war fast blank. Ich versuchte in Küssen zu bezahlen. Wollte er nicht. Und dann kam ich wieder auf die Turmstraße! Da musste ich dann tatsächlich etwas mürrisch aufgeben…Rache, mein Lieber, Rache….

Kommentar schreiben

Kommentare: 0