Was ist denn hier bloß passiert? 24.08.08

Lübeck „Raststätte“ – Schulenburg Nord „Zu Hause“

 

Um 6 Uhr wurden wir wach von einem Pferde-Wiehern. Wo waren wir noch gleich? Kurz die Gedanken sortiert, aus dem Fenster geschaut: ah, Rastplatz. Der neben uns parkende Pferdeanhänger erklärte die Geräuschkulisse und die Fahrerin verbreitete Hektik, fuchtelte mit ihrem Handy herum und versuchte dem Beifahrer lautstark irgendetwas mitzuteilen. Blöde Pferdezicke, stellte Till fest. Schnell wieder hingelegt. Oder doch losfahren? Ja, ich glaube.

 

Die Hunde wurden wach und durften draußen noch mal ihre Notdurft verrichten und dann ging es, wie Monika mit ihrem Sprachfehler immer so schön sagte, auf die A Einse Richtung Heimat. Ich wurde schon wieder ganz müde und kletterte wieder nach hinten ins Bett. Ole war schon da und T-Bone folgte unauffällig und gemeinsam blieben wir dann bis Engelbostel liegen.

 

Da waren wir wieder in unserem kleinen Dörflein bei Hannover. Was der Flughafen wohl inzwischen veranstaltet hat? Als wir losfuhren begannen sie gerade mit der Großbaustelle und sperrten die Dorfzufahrt in eine Richtung, so dass wir auch jetzt wieder nur über einen Feldweg nach Schulenburg Nord kamen. Mmmhh, hier scheint noch nicht viel passiert zu sein. Und bei uns vor der Haustür? Da war ein nagelneuer Straßenbelag. Aber die angedachte Verbreiterung der Straße war bisher immer noch provisorisch. Naja, sie werden wissen, was sie tun…

 

Jetzt erstmal zu Hause rein und ankommen. Ole war schon zu den Nachbarn abgedüst. Wir schlossen die Tür auf, aber kamen nicht wirklich rein. Der Teppich verklemmte irgendwie die Tür. Durch den Türschlitz sahen wir nur, dass irgendwie alles herumlag. Oh man, wer hat denn bitte hier gewütet? Till drückte die Tür über den umgeklappten Teppich. Ein Bild der Verwüstung und ein Gestank, der das alles erklärte. Ein erbärmlicher, stechender Geruch nach Katzenurin zog in die Nase. Wie ekelhaft. So, hier war also eine Katze drin und kam nicht wieder raus. Wir schlussfolgerten: dann muss sie hier wohl noch irgendwo sein. Und da uns keine lebendig entgegen sprang rechneten wir mit dem Schlimmsten: einer elendig verendeten Katze. Bei mir zog sich alles zusammen. Ich wollte gar nicht gucken, das Bild einer toten Katze wollte ich nicht sehen…

 

Aber sie war nirgendwo. Und sie konnte auch nirgendwo anders sein, denn alle Türen zum Flur waren geschlossen. Vielleicht oben? Wir gingen die Treppe hoch. Aber auch hier war nichts. Till erschreckte mich: hier ist sie. Und hielt die Krümelmonster-Plüsch-Wärmflasche hoch. Oh man, Till, das ist nicht witzig.

Im Billard-Zimmer lagen Isa´s Schnäpse, die seit ihrem 30. Geburtstag dort auf der Fensterbank geduldig auf einen Trinkwilligen warteten, auf dem Fußboden. Die Plastikblumen lagen daneben und auf dem Klavier war die eine Blume ebenfalls umgekippt. Aber hier konnte die Katze doch auch nicht rein, die Türen waren zu! Der Geruch war ebenfalls merkwürdig und zog sich bis ins Esszimmer. Naja, wer weiß, wie lange der Uringeruch hier schon so unter den Türen hindurchzog….

 

Die Katze musste also scheinbar den Weg wieder rausgefunden haben und zwar durch die Katzenklappe zum Keller. Die war eigentlich immer zu beiden Seiten verriegelt, aber jetzt ging sie in Hausrichtung auf. Ein Stück war auch irgendwie abgebrochen, dann ist sie wohl erst hier eingebrochen, ist über die Hundekekse im Flur hergefallen, wurde panisch und hat sich dann doch wieder befreien können. Ein Glück!


Dass wir später doch einen Kadaver beerdigen mussten, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht….

 

Also erstmal die komplette Auslegware aus dem Flur unten raus, plus den kleinen Teppich, plus Oles Hundedecke und sein Körbchen, das immer neben der Haustür stand. Und Fenster aufgerissen. Willkommen zu Hause…

 

Wir räumten den Frosch aus, putzen ihn von innen, Till kärcherte ihn ab und wir hielten einen Plausch mit den Nachbarn. Sie hatten unsere ganze Post mitgebracht. Kurz durchgeschaut. Ein Brief vom Flughafen… Spannung und Aufregung stieg in uns auf. Was da wohl drin stand? Ob sie eine Mietvertragsverlängerung ablehnten? Till öffnete das Kuvert…. „Bezug nehmend auf Ihr Schreiben laden wir Sie zu einem Gespräch ein…“ Juhu! Es gibt vielleicht doch noch eine Chance, dass das Haus im Januar nicht abgerissen wird!

 

Wäsche in die Maschine, Geschirr in den Spüler und das Turmzimmer gesaugt, gefegt, gewischt und das Bett frisch bezogen. Ich wollte meine 6 Gala und Bunte Zeitschriften lesen! Frisch geduscht las ich gerade den Artikel über Boris Becker und Sandy Meyer-Wölden (Verlobung, was für ein PR Gag…), als Till reinkam und sagte: Amelie, hier muss irgendwas in unserer Abwesenheit passiert sein…

 

Ich folgte ihm zögernd die Treppe hinunter. Er ging durch den Flur, ins Billardzimmer und zeigte auf die Fensterbank mit den heruntergefallenen Schnäpsen: Köttel! Mäuseköttel, dachte ich… ich folgte ihm langsam weiter durch die Schiebetür ins Esszimmer. Hier sah alles normal aus. Ich hatte trotzdem schon leichte Gänsehaut. Wieder zog der widerliche Geruch in meine Nase…Till zeigte auf Oles Hundekörbchen. Ein Schauer nach dem nächsten überkam mich. Da lag mitten in Oles Körbchen eine Ratte. Die 3 Fliegen um sie herum bestätigten, dass sie tot war. Wieso legt sich eine Ratte mitten in ein Hundekörbchen und stirbt? Mir wurde ganz anders, es schüttelte mich. Was ist denn hier wohl passiert, als wir nicht da waren?

Till und ich trugen das Körbchen nach draußen. Und während er die Ratte bestattete entsorgte ich Oles Schlafplatz. Nun hat Ole gar kein Körbchen mehr. Mutti fährt morgen in die Stadt und kauft ihm ein neues!

 

Da waren wir nun zurück in unserem Schloss, in dem während unserer Abwesenheit gewütet und gemordet wurde…. Wie gut, dass wir zwei Hunde haben. Und die Katzenklappe, die wird morgen komplett zugenagelt!

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Kommentare: 1
  • #1

    lilliput (Mittwoch, 19 Februar 2014 17:43)

    Ihr armen wir hatten schon mal eine tote Katze vor der Haustür liegen