Wurde hier ein Horrorfilm gedreht? 10.08.08

Palanga (Litauen) - Gaunieki (Lettland)

 

Heute Nacht saßen wir senkrecht im Bett. Wir waren gerade tief und fest eingeschlafen, da wummerte es plötzlich so laut gegen den Frosch – der Adrenalinspiegel schoß nach oben – ein Überfall? Till und ich fingen beide sofort an zu schreien, wovon Ole dann wach wurde und ein kurzes Wau Wau von sich gab – T-Bone schlief in aller Seelenruhe… Verdammt, ich hatte gedacht, die Hunde würden uns vor Einbrechern beschützen…Und nun? Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Wir linsten durch die Vorhänge. Besoffene Jugendliche. Till bewaffnete sich mit dem Fernglas und beobachtet das Szenario draußen. Hier war was los. Das knutschende Pärchen im Ford vor uns war auch noch da. Wie spät mochte es wohl sein? Langsam senkte sich mein Adrenalinspiegel wieder und während Till noch nach draußen schaute, schlief ich wieder ein.

 

Am nächsten Morgen machten wir uns recht früh auf die Socken und verließen den Strand. Auf einer abgelegenen Wiese machten wir Rast. Duschen und Frühstücken stand auf dem Plan. Oh man, der erste Wassertank war schon leer. Wir hatten in nur einer Woche 250l verbraucht. Also umgestöpselt und die letzten 250l angezapft. Herrlich so eine Dusche…

 

Nun hieß es: auf nach Lettland! Nach wenigen Kilometern passierten wir bereits die Grenze. So schnell hatten wir nicht damit gerechnet, wir wollten doch noch Volltanken und unsere letzen Litas ausgeben. Naja, schauen wir mal, was Tanken hier so kostet.

 

Unser angepeiltes Ziel hieß heute Liepaja, eine kleine Küstenstadt. Ein etwas gruseliges Stadtbild bot sich uns, als wir ins Zentrum fuhren. Links und rechts Häuser, die einmal von villenartiger Schönheit gewesen sein mussten. Jetzt sahen sie aus, wie eine Originalkulisse aus einem echten Horrostreifen, völlig zerfallen, lieblos, gruselig. Daneben dann Häuser, von denen man weiß, dass sie in spätestens 10 Jahren genauso aussehen werden, wenn nicht sogar noch früher. Und dann wiederum ganz vereinzelt wieder hergerichtete Prunkstücke. Wir parkten den Frosch, ließen Ole und T-Bone zurück. Ole humpelte wieder etwas stärker und T-Bone wollte schlafen. Also machten wir einen kleinen Spaziergang zu zweit, durch einen Park hindurch an den direkten Ostseestrand. Die Sonne schien! Herrlich!

Wieder zurück am Wagen konnten die Hundis noch kurz ihr Beinchen heben und schon waren wir wieder auf der Straße. Auf der linken Straßenseite entdeckten wir einen Tierarzt. Das wir den recht bald benötigten, wussten wir in diesem Moment noch nicht.


Das merkwürdige Klappern, das der Frosch von Beginn an hatte, war wieder verstärkt zu hören. Auf einer Nebenstraße versuchten wir endlich mal herauszufinden woher es kommt. Das 130kg schwere Reserverad auf dem Dach? Bei Gelegenheit wollen wir mal die Muttern nachziehen.

 

Raus aus der Stadt, rauf auf die Landstraße, ran an die Tankstelle. Einmal vollgetankt für 1,20 Euro pro Liter! Nun haben wir wieder Reserve für die nächsten 5.000 Kilometer! Auf der Karte entdecken wir, dass eine Straße direkt am Strand entlang führt. Zu der wollten wir hin! Also über Schotter-Straßen querfeldein Richtung Ostsee. Dann Fahrerwechsel. Mir wurde das ganze zu huggelig und für Till ist dieses Geländefahren genau das Richtige. Dann ging es einen langen Feldweg rein. Doch dann Stopp. Die Zweige der Tannen ragten sehr weit auf den Weg. Ausgesstigen, Lage gecheckt. Und die Gartenschere rausgeholt. Lieber die Zweige etwas kürzen als den ganzen Ast mitzureißen.

 

Hinter diesem Feldweg dann der Traum von (fast) unberührter Natur. Auch hier wieder etwas gruselig: 5 Steinhäuser, die ebenfalls völlig zerfallen waren. Die Dachstühle waren scheinbar eingestürzt und oben auf den verbliebenen Dachresten wuchs inzwischen das Gras recht hoch. Was hier wohl gewesen sein mag? Militärgelände? Ein paar rostige Stacheldrahtreste ließen weiter darauf schließen.
So, nun erstmal den Frosch geparkt. Lass uns Kaffee trinken! Wieder einmal hatten wir alles vorbereitet und der Regen ging los. Oh man, es kann jawohl nicht wahr sein.., Wenn es nicht doller wird, dann bleiben wir hier jetzt aber draußen sitzen. Ein Glück wurde es nicht schlimmer, aber ohne Regen wäre auch mal ganz schön…. Lass uns die Gegend erkunden!


Hinter einem kleinen Stückchen Wald dann eine weite wild bewachsene Wiese und direkt angrenzend: der Ostseestrand. Herrlich. Genauso hatten wir uns das vorgestellt. Ob man mit dem Frosch direkt hier her fahren kann? Wir erkundeten die Möglichkeiten, zückten noch mal kurz die Gartenschere und hatten dann das schönste Fleckchen Erde nur für uns alleine.

 

Zum Abend hin machten wir den Grill an, die Hunde tollten durchs Gras und wir freuten uns auf den nächsten Tag, denn diesen wollten wir genau hier verbringen mit Entspannung, Entspannung und Entspannung! Und beim einschlafen waren wir fest davon überzeugt: morgen scheint die Sonne!

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