Passbilder und Pakistan

Ist es nicht immer so? Gerade, wenn man merkt, alles läuft wie am Schnürchen, ist es auch schon wieder vorbei. Alles fing eigentlich damit an, dass unsere Passbilder per Post eintrafen....

...Hiermit marschierten wir umgehend zum Rathaus in Langenhagen um den EU-Führerschein, den internationalen Führerschein, sowie die Reisepässe zu beantragen. In Langenhagen konnte man unseren Antrag auf die Führerscheine lediglich annehmen und nach Ronnenburg weiterleiten. Ob man dort allerdings im internationalen Führerschein einträgt, dass wir bis 7,5t fahren dürfen, bleibt weiterhin offen. In diesem Führerschein wird standardmäßig nämlich nur bis 3t eingetragen! Und unser Frosch ist ja nun um einige Tonnen schwerer. Wir hoffen, unsere angehängte Nachricht mit der Bitte um Eintragung, wird dort nicht ignoriert. Wir werden sehen! Weiter ging es dann mit meinem Pass. Doch dies scheiterte an den Bildern. „Hintergrund zu hell“ hieß es freundlich, aber bestimmt. „Wir müssen die Bilder einscannen und der Scanner ist ziemlich schlecht.“ Und das bedeutete, dass man meine hellblonden Haare nicht mehr vom Hintergrund unterscheiden könnte. Ich ohne Haare sozusagen. Nein, das wollte ich nicht. Also musste ein neues Bild her oder der Hintergrund bearbeitet werden. Das war wohl nichts mit „mal eben schnell Pässe beantragen“.
Die Frage, warum die gleichen Bilder aber für den EU- und den internationalen Führerschein in Ordnung sind, ist mir erst hinterher eingefallen. Diese Bilder werden doch auch eingescannt, oder irre ich mich? Nachdem ich am gleichen Tag noch versuchte, diese Frage telefonisch zu klären, wurde ich belehrt: wir wissen schon, was wir hier machen. Alles klar. Ich werde abwarten und Tee trinken, in der Zwischenzeit den Hintergrund mit Photoimpact bearbeiten und die Pass-Bilder neu entwickeln lassen.

Der Käfer ist ebenfalls noch nicht verkauft. Unser Timing schlittert von Tag zu Tag weiter nach hinten. Erst vor einer Woche konnte das Cabrio letztendlich zum Sattler gebracht werden. Nun ist das alte Verdeck runter und das Gestell wurde zum Pulverbeschichten gebracht. Dauer alleine hierfür 10 Tage. Für das neue Verdeck wird der Sattler bestimmt auch nochmal eine Woche benötigen. Unseren ersten Zeitplan hatten wir längst über Board geworfen. Aber nun können wir uns auch von dem zweiten Plan, die Verkaufs-Anzeige spätestens noch im Mai aufzugeben, verabschieden. Willkommen Juni! Aber dann wirklich!

Das alles wäre ja auch nicht so schlimm. Wäre da nicht das Land namens „Pakistan“, das uns Sorgen bereitet. Gespannt haben wir in den letzten Wochen die Nachrichten verfolgt. „Taliban auf dem Vormarsch“, „Hunderttausende Flüchtlinge“, „Taliban rasieren sich die Bärte ab und mischen sich unter die Flüchtlinge um aus dem Unruhe-Gebiet heraus zu kommen“ und so weiter. Inzwischen haben sich die Extremisten wohl wieder zurück in ihren Norden gezogen. Aber da gibt es ja noch die andere Gruppe, die man unbedingt meiden sollte: die Jungs aus Belutschistan. Diese haben letztes Wochenende einen Franzosen auf der Strecke zwischen Quetta und der iranischen Grenze entführt. Angeblich soll er keine Polizeieskorte gehabt haben und einige meinen, dass es ihn deswegen getroffen hat. Und da sind wir auch schon beim Thema Polizei: in Lahore (Nahe Grenzübergang Indien) wurde mal wieder die Polizei attackiert: Bombenanschläge! Gebäude stürzten ein, es gibt zahlreiche Tote und Verletze. Kann man es richtig machen? Hat man keine Polizeieskorte, wird man von den Jungs aus Belutschistan entführt. Mit Polizeieskorte besteht Anschlagsrisiko der Taliban. Und nun? Pakistan umfahren. Geht für uns nicht, denn das bedeutet, wir müssen durch China. Und durch China darf man mit dem eigenen Fahrzeug nicht fahren, es sei denn, man hat einen chinesischen Führer dabei, der viel viel Geld kostet. Das nächste Problem wäre dann unser Hund Ole, der für 30 Tage in Quarantäne müsste. Geht ja auch nicht. Also Seeweg. Hier sind wir nun gerade am recherchieren, was die Fähren vom Iran nach Saudi Arabien und von dort nach Indien kosten würde. Bisherige Infos: mit 8.000 Euro sind Sie dabei! Bingo. Einfach zu teuer. Zudem dürften unverheiratete Paare nicht zusammen in einem LKW durch Saudi Arabien fahren, geschweige denn die Frau ans Steuer. Bedeutet: ich müsste fliegen – kostet auch wieder Geld. 

Ich habe mir jetzt ein Buch über Afrika bestellt – vielleicht geht es für uns dann einfach dahin! :-)

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